2010 hat die UN-Vollversammlung das Recht auf sauberes Wasser als Menschenrecht anerkannt. Dieser Schritt machte zum einen die Öffentlichkeit auf die massive Problematik einer unzureichenden Wasser-Grundversorgung aufmerksam. Ein großer Anteil der Menschen verfügt über keinen Zugang zu sauberen Wasserquellen. Zum anderen forcierten sich dadurch vielerorts politische Anstrengungen, das Recht auf sauberes Wasser zu verwirklichen. Da es sich aber um kein einklagbares Recht handelt, kommt es auf den politischen Willen und die finanziellen Möglichkeiten an. Entsprechend hat sich die Lage zwar verbessert, der hohe Anspruch wurde aber längst noch nicht erreicht.

Recht auf sauberes Wasser: für viele ein Traum

Das belegen die Zahlen: Rund 880 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu einer bedenkenlosen Trinkwasserversorgung. Sie nutzen stattdessen verunreinigtes Wasser. 2,6 Milliarden Menschen fehlen zudem sanitäre Einrichtungen, die in Industriestaaten wie Deutschland zum Standard gehören. Die Folgen sind katastrophal: Jährlich sterben circa 1,5 Millionen Menschen, weil für sie das Recht auf sauberes Wasser ein Traum bleibt. Sie infizieren sich mit Keimen und Bakterien, die sich beim Fehlen einer hochwertigen Wasserversorgung schnell ausbreiten. Mehrere Faktoren beeinflussen das: Dazu zählen die Müllablagerung in Seen und Flüssen, die Verschmutzung durch Fäkalien sowie der unkontrollierte Chemie-Einsatz in der Landwirtschaft. Das verseuchte Wasser nehmen die Menschen zu sich, ohne dass Kläranlagen es zuvor reinigen.

Möglichkeiten zur Besserung

Europäische und andere westliche Länder betreiben eine kostspielige Trinkwasserversorgung - das können sich die betroffenen Staaten in der Regel nicht leisten. Oftmals bedarf es auch nicht einer solch großen Investition, um das Recht auf sauberes Wasser durchzusetzen. So können bereits Trinkwasserbrunnen eine erhebliche Verbesserung darstellen. Auch vergleichsweise einfach funktionierende Kläranlagen schaffen Abhilfe. Ebenfalls bedeutend: speziell konstruierte Toiletten, die Ausscheidungen ohne Wasser biologisch abbauen. Das bewahrt vor der Verschmutzung des Trinkwassers.

 Politisches und privates Handeln

Insbesondere seit der Erklärung der UN haben sich vielfältige Initiativen entwickelt. Einige Staaten haben die Trinkwasserversorgung auf die politische Agenda gesetzt, oftmals fehlt es aber an ausreichenden finanziellen Mitteln. Auch internationale Hilfsorganisationen unterstützen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR kümmert sich zum Beispiel darum, dass die Millionen Flüchtlinge weltweit Zugang zu sauberem Wasser haben. Auch private Organisationen wie der Hamburger Verein Viva con Agua haben sich dem Recht auf sauberes Wasser verschrieben. Mit Spendenmitteln fördern sie lokale Projekte.

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