In vielen Weltreligionen wie dem Christentum, dem Islam, dem Judentum und dem Buddhismus nimmt das Wasser in der Religion einen bedeutenden Stellenwert ein. Denn es steht als zentrales Element für den Menschen, ist lebensspendend und wird auch in ritueller Hinsicht vielfältig eingesetzt. Passend zu diesem Thema hat die Wallfahrtsstadt Waldsassen einige Stationen auf einem Besinnungspfad zusammengestellt, die das Thema Wasser in der Religion einzigartig präsentieren.

Die Symbolik des Wassers im Christentum und im Judentum

Im christlichen Glaubenskontext steht das Wasser in der Religion eng mit der Bedeutsamkeit der Schöpfungsgeschichte zusammen, in der die Macht des Wassers über die Menschheit klar zum Ausdruck kommt. Auch bei der Taufe kommt Wasser als elementarer Handlungsträger zum Einsatz. Wasser war besonders in trockenen Gebieten wie in Ägypten, Israel und Saudi-Arabien sehr bedeutsam für das Überleben der Menschen, weshalb es einen symbolischen, lebensspendenden Charakter verliehen bekam. Auch heute noch werden von Gläubigen Wallfahrten zu heiligen Quellen unternommen. In der jüdischen Religionsgeschichte war das Wasser der Beschützer des jüdischen Volkes, das ihre Verfolger bei der Reise von Ägypten nach Israel ins Rote Meer zog. Auch heute wird zu Ehren dieser Begebenheit das Fest Sukkot gefeiert, ein Wasserschöpffest, das mit dem Ritual der physischen und psychischen Reinigung im engen Zusammenhang steht.

Mann am Strand bei Sonnenuntergang

Wasser im Islam und im Buddhismus

Im Islam ist Wasser in der Religion das Ursymbol für Leben. Es wird auch als Verbindung zum Göttlichen gesehen und steht für Reinheit, Schöpfung, Heilung und Geborgenheit. Durch die Entstehung des Islams in den trockenen Wüstengebieten Arabiens wurde dem Wasser als lebensspendendem Elixier eine große Bedeutung zugeschrieben. Der Vergleich von Allah mit dem grenzenlosen Ozean, der alle Lebewesen und Pflanzen durch sein Wasser nährt, gehört zu den Glaubensgrundsätzen des Islams. Deshalb sind heute aufwendig angelegte Gärten mit reinen Quellen ein Ausdruck für den Glauben an Allah, als Sinnbild für ein Paradies auf Erden. Auch rituelle Waschungen vor den täglichen Gebeten gehören zu den Vorschriften der Muslime, wobei hier Gesicht, Füße, Arme und Hände nach genauen Vorgaben mit fließendem Wasser gewaschen werden. Im Buddhismus steht der Strom des Wassers sinnbildlich für die buddhistische Lehre. Er wird mit dem langen Weg der Meditation verglichen, der die Erlösung des menschlichen Daseins zum Ziel hat.

Zum Magazin

Zurück