Für Menschen, die in hoch entwickelten Industriestaaten leben, ist es selbstverständlich, jederzeit über sauberes, hygienisch einwandfreies Wasser verfügen zu können. Wird der Wasserverbrauch in den verschiedenen Regionen der Welt analysiert, geht es in der Regel jedoch nicht allein um die zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser. Denn nur ein Bruchteil des Wassers, das durch die Leitungen fließt,  wird getrunken oder für die Zubereitung von Speisen verwendet. Zum größten Teil wird das Wasser im Haushalt für die persönliche Hygiene und Reinigungszwecke verbraucht. Das gilt zumindest für die Gebiete, in denen keine extreme Wasserknappheit herrscht.

Wofür wird das Wasser im Haushalt verwendet?

Statistiker haben die prozentuale Aufschlüsselung der Wassernutzung in Deutschland detailliert untersucht: Etwa ein Drittel des Wassers wird für die Toilettenspülung benötigt. Das heißt konkret: Fast 40 Liter Wasser müssen von den Wasserwerken pro Tag und Person allein für diesen Bereich bereitgestellt werden. Weitere 30 Liter des Pro-Kopf-Wasserverbrauchs gehen auf das Konto der Wäschepflege. Für das tägliche Duschen setzen die Statistiker einen Warmwasserverbrauch von 20 - 40 Litern an. Weitere 5 - 15 Liter benötigen wir für das Zähneputzen, Händewaschen und andere Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Körperpflege. Jeweils 7 Liter Wasser verbraucht jeder Deutsche pro Tag im Schnitt für das Geschirrspülen und das Putzen. Lediglich 3 Liter werden konsumiert.

Wasser im Haushalt -  Luxus mit Sparpotenzial  

Mit steigendem Wohlstand wuchs der Wasserverbrauch in den meisten Ländern kontinuierlich an. In den 1970er-Jahren  verbrauchte beispielsweise jeder Deutsche durchschnittlich etwa 140 Liter Wasser pro Tag. Doch in den letzen Jahren geht der Verbrauch von Wasser im Haushalt kontinuierlich zurück. Für das Jahr 2010 wird in den deutschen Statistiken ein Pro-Kopf-Verbrauch von 122 Litern ausgewiesen. Diese Entwicklung ist zum Teil das Ergebnis eines gestiegenen Umweltbewusstseins. Umweltschützer haben immer wieder davor gewarnt, zu viel Wasser im Haushalt zu verschwenden und den natürlichen Wasserhaushalt zu stark zu beanspruchen. Doch auch die gestiegenen Wasser- und  Abwasserpreise haben mit Sicherheit dazu beigetragen, dass die Wassernutzung rückläufig ist. Wer beim Verbrauch von Wasser im Haushalt sparen will, sollte vor allen Dingen seinen Warmwasserverbrauch etwas genauer unter die Lupe nehmen. Eine Möglichkeit, die Heizkosten für die Bereitung von Warmwasser effektiv zu senken, ist die Installation von Solarkollektoren. Die Kosten für so eine  solarthermische Anlage amortisieren sich schon nach kurzer Zeit. Dass man beim Kauf einer neuen Waschmaschine oder eines neuen Geschirrspülers auf einen niedrigen Wasserverbrauch und eine hohe Energieeffizienzklasse achten muss, sollte selbstverständlich sein. Wer sich für Geräte mit Warmwasseranschluss entscheidet und zur Bereitung von Warmwasser die Energie der Sonne nutzt, kann noch mehr Geld sparen und leistet außerdem einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz.

Versorgung mit hochwertigem Trinkwasser hat seinen Preis 

Wasser ist wertvoll und ein sorgsamer Umgang mit dem wertvollen Nass sollte selbstverständlich sein. Doch das Absinken des Pro-Kopf-Verbrauchs hat nicht nur positive Auswirkungen. Mit sinkender Wassernutzung steigen die Wasserpreise, weil die fixen Kosten auf die verringerten Mengen umgelegt werden müssen. Skeptiker befürchten, dass die Trinkwasserqualität durch die Verringerung der Fließgeschwindigkeit negativ beeinflusst werden könnte. Darüber hinaus wird der Aufwand für die Wartung der Abwasseranlagen größer, wenn weniger Wasser durch die Leitungen fließt.

Zum Magazin

Zurück