2. Mai 2018 1 min. Lesezeit Gesundheit

Forscher weisen Belastung mit Umwelthormonen nach

Im Jahr 2009 sorgte eine Studie von Toxikologen der Universität Frankfurt am Main für Aufsehen: Die Wissenschaftler identifizierten in Mineralwasser aus Plastikflaschen einen hohen Anteil von Östrogen, den weiblichen Hormonen. Im Vergleich zu Wasser aus Glasflaschen lag der Anteil doppelt so hoch. Die Autoren der Studie führten dieses Messergebnis auf die Weichmacher in den PET-Flaschen zurück. Durch das sogenannte Auslaugen lösen sie sich aus der Kunststoffflasche und gehen auf das Wasser über. Die Belastung steigt mit der Dauer, in der sich das Mineralwasser in der Flasche befindet. Hohe Temperaturen beschleunigen diesen Prozess. Inwieweit sich das Östrogen auf die menschliche Gesundheit auswirkt, kann allerdings niemand genau sagen: Hier fehlt es noch an entsprechender Forschung. Verbraucher- und Umweltschützer raten aufgrund der Messergebnisse jedoch mitunter dazu, auf Wasser aus PET-Flaschen zu verzichten.

Stiftung Warentest: Viele PET-Flaschen mit hohem Acetaldehyd-Anteil

Erst jüngst hat das Verbrauchermagazin Stiftung Warentest auf einen weiteren problematischen Schadstoff in einigen Kunststoffflaschen hingewiesen. Bei einer Untersuchung von dreißig PET-Produkten stellten die Prüfer bei zehn Marken eine hohe Menge an Acetaldehyd fest. Dieser Stoff löst sich genau wie Umwelthormone nach und nach aus dem Plastik und vermengt sich dann mit dem Wasser. Zum einen wirkt sich das schlecht auf den Geschmack aus. Das Wasser schmeckt dadurch chemisch. Zum anderen gilt Acetaldehyd als krebserregend - das haben Wissenschaftler bei Tests mit Ratten herausgefunden. Die im Wasser festgestellten Mengen liegen jedoch deutlich unter den gesetzlich fixierten Grenzwerten. Dennoch mahnen Verbraucherschützer zur Vorsicht.

Tipp: Plastikflaschen lieber meiden

Eine unmittelbare, akute Gesundheitsgefahr droht durch Wasser aus Plastikflaschen wohl nicht. Die Konsequenzen aus der dauerhaften Aufnahme der darin befindlichen Schadstoffe bleiben im Unklaren, eindeutige Belege für gesundheitliche Risiken gibt es nicht. Zur hormonellen Belastung liegen bis heute keine Studien vor, die die Auswirkungen der Aufnahme und des Abbaus der Hormone untersuchen. Beim Acetaldehyd unterschreiten die gefundenen Mengen die Grenzwerte so klar, dass es sich wahrscheinlich allein um ein Geschmacksproblem handelt. Dennoch: Angesichts der Unsicherheiten spricht viel dafür, Wasser entweder in Glasflaschen zu kaufen oder Leitungswasser zu bevorzugen.

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Thorsten

Als leidenschaftlicher Surfer ist er der größte Wasser-Fan. Auch beim Trinken genießt er das Wasser frisch gekühlt und mit Kohlensäure versetzt bis zum letzten Tropfen - am liebsten aus dem CUBE Comfort.

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