23. April 2018 3 min. Lesezeit Wissen

Wasser ist ein Grundnahrungsmittel. Sehr gern trinken es die Deutschen aus Flaschen, die sie aus einem Supermarkt geholt haben. Gipfel mit Schnee, grüne Bergwiesen und sprudelnde Quellen locken auf den Etiketten der Flaschen und versprechen dem Käufer Natur und Gesundheit. Doch für das Nass aus der Plastikflasche produzieren Menschen Berge von Müll. Dabei ist Flaschenwasser gar nicht so viel besser als Trinkwasser aus der Leitung. Im Gegenteil: In einigen Fällen ist Flaschenwasser nichts anderes als destilliertes Trinkwasser.

Wasser aus der Quelle

Viele Menschen glauben, mit gekauftem Flaschenwasser gesunde Mineralien und lebenswichtige Spurenelemente zu sich zu nehmen. Das liegt daran, dass seit Jahrzehnten jede Art von Wasser aus der Flasche gern auch als Mineralwasser bezeichnet wird. Dabei lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Die Bezeichnung auf dem Etikett der Flasche ist wichtig, wenn man herausfinden will, woher das Wasser kommt, das in der betreffenden Flasche abgefüllt wurde. Nach den Bestimmungen der Mineral- und Tafelwasserverordnung darf als Quellwasser oder Mineralwasser nur Wasser bezeichnet werden, das aus unterirdischen Wasservorkommen oder aus Quellen stammt. Hinter der Angabe "Tafelwasser" dagegen steckt nichts anderes als ganz normales Leitungswasser. Eventuell ist dieses Leitungswasser zusätzlich mit Kohlensäure versetzt.

Trinkwasser wird streng kontrolliert

Wasser aus der Flasche ist nicht unbedingt gesünder als Leitungswasser. Die Qualität von Trinkwasser wird in Deutschland genau so streng kontrolliert, wie das Wasser aus der Flasche. Die Richtlinien, die von der deutschen Trinkwasserverordnung für das Trinkwasser vorgegeben werden, sind sogar noch strenger als die Maßgaben für Quell- und Mineralwasser. Diese deutsche Trinkwasserverordnung, nach der trinkbares Wasser intensiv auf schädliche Bestandteile untersucht wird, ist aus der EU-Trinkwasserverordnung abgeleitet worden. Deren Basis sind wiederum die geltenden Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Verordnung zum Trinkwasser legt verbindlich für Deutschland fest, dass in trinkbarem Leitungswasser keine Krankheitserreger und keine Stoffe in einer Konzentration enthalten sein dürfen, die der Gesundheit von Menschen schadet. Qualitätsanforderungen und Grenzwerte für insgesamt 53 chemische, physikalische und mikrobiologische Parameter legt die Verordnung fest.

Ausgießen einer Flasche Wasser

Zusammensetzung von Wasser aus dem Hahn

Noch immer glauben viele Menschen, dass Wasser aus dem Hahn nichts anderes ist als gereinigtes Abwasser. Das stimmt jedoch nicht: Zu 64 Prozent stammt das Wasser aus dem Hahn in Deutschland aus Grundwasser und damit aus natürlichen Quellen. Aus so genanntem Oberflächenwasser, also Wasser aus Seen und Flüssen, speisen sich 27 Prozent. Quellwasser trägt zu 9 Prozent zum Leitungswasser bei. Bevor das Wasser in die Leitungen kommt, wird es aufbereitet und mit verschiedenen Verfahren zu Trinkwasser gemacht. Es mit Chlor zu desinfizieren ist nur in ganz wenigen Fällen nötig. Und übrigens: Mineralhaltiges Flaschenwasser enthält nicht genug dieser Stoffe, um relevant für die menschliche Gesundheit zu sein. Zwar können Mineralwässer einen Teil des Mineralstoffbedarfs decken, den größten Teil bekommen wir jedoch aus fester Nahrung.

Carolin

Carolin

Neben einer guten Tasse Kaffee gehört für sie selbstverständlich auch ein Glas Wasser zum perfekten Start in den Arbeitstag. Am liebsten still und gut gekühlt, direkt aus unserem CUBE Comfort.

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