Unser Körper braucht Wasser zum Leben - darum sollen wir zwei Liter täglich trinken. Doch ist Wasser gleich Wasser? Häufig hört man natriumarmes Wasser sei zu bevorzugen. Was ist also dran am natriumarmen Wasser? Ist es wirklich gesünder oder ist natriumarmes Wasser nur ein Mythos?

Natriumarmes Wasser definiert

Wasser gilt als natriumarm, wenn es weniger als 20 Milligramm Natrium (Na) pro Liter (mg/l) enthält. Mineralwasser kann zwischen wenigen Milligramm und mehreren Hundert Milligramm Na pro Liter enthalten. Der genaue Natriumgehalt lässt sich auf der Flasche nachlesen.

Zum Vergleich:

Der Natriumgehalt von Leitungswasser variiert je nach Region, in Berlin hat Leitungswasser 30,56 mg/l, in München hingegen nur 4,8 mg/l. Ozeanwasser hat einen Natriumgehalt von 35000 mg/l.

Wofür braucht der Körper Natrium?

Grundsätzlich braucht der Körper das Mineral für die Weiterleitung von Nervenimpulsen, die Muskelkontraktion, den Herzrhythmus und Blutdruck sowie die Regulation der Wasserverteilung im Körper. Bei einem gesunden Erwachsenen mit einem Körpergewicht von 70 Kilogramm befinden sich etwa 100 Gramm Na im Körper, es liegt als positiv geladenes Ion Na+ vor. Dank seiner hohen Reaktivität verbindet sich Natrium allerdings schnell zu Kochsalz (Natriumchlorid).

Ist natriumarmes Wasser für jeden geeignet?

Viele unserer Lebensmittel sind stark verarbeitet und haben einen hohen Kochsalzgehalt. Der Körper nimmt so durch die tägliche Nahrung viele Mineralstoffe zu sich, eine zusätzliche Natriumversorgung durch Wasser ist nicht notwendig. Vor allem Babys und Menschen mit hohem Blutdruck oder Nierenleiden sollten gezielt zu einem natriumarmen Trinkwasser greifen. Einzig Sportler und sehr aktive Menschen, die über das Schwitzen viele Salze verlieren, können mit natriumreichen Wassersorten nachlegen.

Schmeckt natriumarmes Wasser anders?

Der Geschmack einer Wassersorte setzt sich aus den jeweiligen Inhaltsstoffen zusammen. Dabei schmeckt mineralhaltiges Wasser (viel Natrium und Kalium) eher salzig. Ein natriumarmes Wasser hingegen schmeckt neutraler und milder. Mineralien wirken jedoch nicht nur auf den Geschmack, sondern beeinflussen verschiedene biologische Prozesse des Körpers. Gesundheitlich vorbelastete Menschen sollten daher bei der Wahl ihres Trinkwassers wählerisch sein.

Natriumarmes-Wasser_Sodapulver
Wasserglas-auf-einem-Holztisch

Mineralgehalt im Wasser prüfen

Nicht nur Natrium spielt eine Rolle, auch alle anderen Mineralstoffe im Trinkwasser wirken auf den Körper ein. Diese Mineralstoffdosierung lässt sich gezielt nutzen. Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium, Chlorid und Kalium wirken auf die Muskulatur und können Sportler vor Muskelkrämpfen schützen. Ein Trinkwasser mit hoher Magnesium-Konzentration kann im Anschluss an eine körperlich anstrengende Aktivität sinnvoll sein. Auch der Säure-Basen-Haushalt des Körpers lässt sich mit dem Trinkwasser beeinflussen. Hydrogencarbonat reguliert den pH-Wert des Blutes. Seine Wirkung entfaltet sich bei einer Konzentration von mindestens 600 Milligramm pro Liter.

Gefahr hoher Natriumgehalt

Natrium ist an der Regulation des Blutdrucks und des Wasserhaushalts beteiligt. Eine hohe Dosis des Minerals kann bei empfindlichen Patienten zu erhöhtem Blutdruck führen und Nierenprobleme auslösen. Deshalb empfehlen Ärzte Patienten mit Übergewicht, hohem Blutdruck, Nierenproblemen und anderen Leiden häufig auf den Natriumgehalt in Lebensmitteln zu achten und ein natriumarmes Wasser zu trinken.

Trinken ist gesund

Gut zwei Liter sollen Erwachsene täglich trinken. Bei hoher körperlicher Aktivität kann es mehr werden. Übertreiben sollten wir es mit dem Trinken allerdings auch nicht - zu viel kann den Nieren schaden und kann sogar zu einer Wasservergiftung führen

Zum Magazin

Zurück