2. Mai 2018 3 min. Lesezeit Gesundheit

Bakterien im Wasser

Als Legionellen bezeichnet man eine Gattung stäbchenförmiger Bakterien, die vorwiegend im Wasser leben und sich mithilfe von Flagellen (Geißeln) fortbewegen. Für die menschliche Gesundheit ist vor allem die Art Legionella pneumophila von Bedeutung, sie ist der Erreger der sogenannten Legionärskrankheit. Legionellen im Trinkwasser zählen in Deutschland zu den wichtigsten potentiellen Krankheitserregern, seit der Novelle der Trinkwasserverordnung im Jahr 2012 ist bei einem Nachweis in Trinkwasseranlagen verpflichtend eine Gefährdungsanalyse durchzuführen

Warum Legionellen im Trinkwasser gefährlich sind?

Legionellen vermehren sich überall dort besonders stark, wo sie warmes Wasser (30°C - 45°C) vorfinden: Dazu zählen private Wassertanks, Boiler und Warmwasserverteilungsanlagen ebenso wie öffentliche Duschen, Krankenhäuser oder Schwimmbäder. Für körperlich gesunde Personen ist der direkte Kontakt oder das Trinken von legionellenhaltigem Wasser nicht gefährlich, erst durch Einatmen von feinen Wassertröpfchen (Aerosolen), wie sie etwa beim Duschen entstehen, können Erkrankungen hervorgerufen werden. Nicht nur die Legionärskrankheit, auch Lungenentzündungen oder grippeähnliche Symptome werden durch Legionellen im Trinkwasser verursacht. Das Risiko erhöht sich bei alten oder kranken Menschen und bei einer bestehenden Immunschwäche

In vielen Trinkwasseranlagen herrschen ideale Bedingungen 

Legionellen sind zwar auch in kaltem Grundwasser in sehr geringer Zahl vorhanden, besonders rasch vermehren sie sich aber in einem Temperaturbereich von 30°C - 45°C. Ab einer Temperatur von 50°C pflanzen sie sich nicht mehr fort, können aber weiter überleben, erst ab etwa 70°C werden sie innerhalb weniger Sekunden abgetötet. Bevorzugt lagern sich Legionellen in Form von Biofilmen auf Oberflächen an - zum Beispiel auf Filtern. Innerhalb dieser Biofilme, in denen zusätzlich Schleime produziert werden, sind sie vor Desinfektionsmaßnahmen relativ gut geschützt. Gerade wenn Wasser in Tanks oder Leitungen längere Zeit bei entsprechenden Temperaturen stagniert, können sich Legionellen im Trinkwasser besonders stark vermehren und im schlimmsten Fall das gesamte Wassersystem eines Hauses kontaminieren. 

Gesetzliche Neuregelungen zur Legionellenbekämpfung 

Seit der Novelle der Trinkwasserverordnung im Jahr 2012 ist nicht nur in öffentlichen Gebäuden regelmäßig eine Legionellenuntersuchung durchzuführen, auch gewerbliche Betreiber, die Trinkwassererwärmer zur Verfügung stellen, sind zu regelmäßigen Untersuchungen verpflichtet. Darunter fallen etwa Vermieter von Mehrfamilienhäusern oder Hausverwaltungen. Die Trinkwasserverordnung gibt dabei einen sogenannten technischen Maßnahmenwert von 100 Legionellen pro 100 ml Trinkwasser vor: Wird dieser überschritten, muss eine Gefährdungsanalyse durchgeführt und das zuständige Landesgesundheitsamt informiert werden. Auch die Endverbraucher sind von der Kontamination in Kenntnis zu setzen.

Maßnahmen zur Legionellenbekämpfung 

Wird Warmwasser längere Zeit bei Temperaturen unter 60°C gespeichert, kann das zu einer Vermehrung von Legionellen führen. Zur Vorbeugung und Bekämpfung kommen unterschiedliche Maßnahmen in Frage: Bei einer thermischen Desinfektion wird das gesamte System kurzzeitig auf über 70°C erhitzt - führt man dies periodisch durch, spricht man auch von einer "Legionellenschaltung". Möglich ist auch eine Ultrafiltration durch spezielle Membranen, wobei die Bakterien mechanisch aus dem Wasser entfernt werden. Als Endverbraucher sollte man darauf achten, Wasserentnahmestellen regelmäßig zu verwenden oder sie andernfalls ganz außer Betrieb zu nehmen. Es empfiehlt sich auch, Wasserauslässe wie Duschköpfe und -schläuche oder Siebe von Wasserhähnen regelmäßig zu säubern und zu entkalken, um ein Auftreten von Legionellen im Trinkwasser zu vermeiden.

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Maximilian

Für einen leidenschaftlichen Fahrrad- und Motorradfahrer wie Maximilian ist es wichtig, genügend Wasser zu trinken. Das erfrischt und steigert die Leistungsfähigkeit. 

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