Es sind etwa 25 verschiedene Enterokokken-Arten bekannt, nicht alle davon sind pathogen (krankheitserregend) und damit für den Menschen gefährlich. Außer im Verdauungssystem von Tieren kommen Enterokokken auch in bestimmten Lebensmitteln wie Käse oder Rohwurst vor, wo sie für den Reifungsprozess und damit für den gewünschten Geschmack der Produkte verantwortlich sind. Manche Arten sind auch auf pflanzlichen Materialien zu finden. Bestimmte Enterokokken-Stämme schließlich können beim Menschen zu schweren Infektionen führen und unter anderem Harnwegsinfekte, Herzbeutelentzündungen und Blutvergiftungen auslösen. Sie sind zudem oft gegen Antibiotika aus der Familie der Penicilline resistent - man spricht von der sogenannten "Enterokokkenlücke" dieser Medikamente. Abgesehen davon, dass Enterokokken selbst Krankheiten verursachen können, geben sie auch einen Hinweis auf fäkale Verschmutzungen im Trinkwasser: Falls Enterokokken nachweisbar sind, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch noch andere Krankheitserreger vorhanden sind.

Wie werden Enterokokken im Trinkwasser nachgewiesen?

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) regelt in Deutschland die Qualitätsanforderungen an das Trinkwasser und hat den Zweck, die menschliche Gesundheit vor chemischen und bakteriellen Verschmutzungen zu schützen. Die Wasserversorgungsunternehmen sind demnach verpflichtet, eine entsprechende Trinkwasserqualität bis zum Hausanschluss des Endverbrauchers zu gewährleisten und haben regelmäßige Kontrolluntersuchungen vorzunehmen. Die Konzentrationen sogenannter "Indikatororganismen" dürfen bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten: Für Enterokokken im Trinkwasser liegt dieser Grenzwert bei 0/100 ml, das heißt, in 100 ml Wasser dürfen sich null Bakterien befinden. Um den Wert zu bestimmen, trägt man eine Trinkwasserprobe auf ein entsprechendes Nährmedium auf und bestimmt nach einigen Tagen die sogenannte Koloniezahl - dieses Verfahren geht auf den bekannten Mediziner und Mikrobiologen Robert Koch zurück. 

Plätscherndes Wasser

Woher stammen Enterokokken im Trinkwasser?

Im Vergleich zu coliformen Bakterien wie Escherichia coli sind fäkale Enterokokken resistenter gegen Austrocknung und widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse, zum Teil auch gegen chemische Desinfektionsmittel wie Chlor. Sie vermehren sich nicht im Wasser, sondern nur im menschlichen oder tierischen Körper und geben daher einen starken Hinweis auf fäkale Einträge in das Trinkwasser. Es gestaltet sich oft schwierig, die Quellen der Verunreinigung zu finden. Zu einer Kontamination kann es beispielsweise durch undichte Senkgruben oder Abwasserkanäle im Einzugsgebiet kommen, aber auch durch Störungen und Pannen im Verteilungsnetz. In manchen Fällen liegt die Ursache in einer unsachgemäßen oder schlecht gewarteten Hausinstallation, auch eine zu geringe Entnahme und damit eine Stagnation des Wassers gilt als Risikofaktor. Da Enterokokken resistent gegen Austrocknung sind und auch auf pflanzlichem Material vorkommen, kann die Verunreinigung auch auf nicht sterilisierte Hanfstricke zurückgehen, die manchmal als Dichtungsmaterial für Wasserleitungen verwendet werden. Solange Enterokokken im Trinkwasser nachweisbar sind, sollte das Wasser vor der Nutzung desinfiziert werden, um eine Gesundheitsgefährdung zu vermeiden.

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