Der Körper eines gesunden Erwachsenen besteht zu rund 60-70 Prozentaus Wasser - bei Neugeborenen liegt der Wasseranteil im Körper sogar bei über 80 Prozent. Kein Wunder also, dass ein ausgeglichener Wasserhaushalt für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden von größter Bedeutung ist. Wasser spielt bei fast allen körpereigenen Prozessen eine wichtige Rolle, beim Stoffwechsel ebenso wie bei der Regulierung der Körpertemperatur, etwa bei hohen Temperaturen oder körperlicher Anstrengung. Entsprechend wichtig ist es, dass dem Körper im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung regelmäßig ausreichend Flüssigkeit zugeführt wird und Wasserverluste schnell und richtig ausgeglichen werden - vor allem an heißen Sommertagen. Die Betonung liegt dabei auf "richtig": Wer täglich große Mengen stark gezuckerte Limonaden zu sich nimmt, legt nicht das beste Trinkverhalten an den Tag. Wie es besser geht, haben wir für Sie in den folgenden Trinktipps zusammengestellt.

Trinktipps - #1: Ausreichend trinken

Ernährungswissenschaftler und Ärzte empfehlen seit Jahren, mindestens 1,5-2 Liter pro Tag zu trinken. Zusammen mit der Flüssigkeit, die wir durch Nahrung aufnehmen, sollte die durchschnittliche Tagesmenge, die wir an Flüssigkeit insgesamt aufnehmen, bei etwa 2,5 Litern liegen. Dieser Richtwert gilt für gesunde Erwachsene und kann je nach Alter, Geschlecht, usw. variieren. So ist zum Beispiel bekannt, dass Männer im Schnitt mehr trinken sollten als Frauen, weil sie im Schnitt auch mehr schwitzen und damit Flüssigkeit verlieren. Für Kinder gilt: In der Pubertät liegt der Richtwert bei rund 1,5 Litern pro Tag, 10-Jährige sollten etwa einen Liter pro Tag trinken, Kleinkinder mindestens 800 Milliliter.

Trinktipps - #2: Angemessen trinken

Die allgemeinen Richtwerte für ausreichendes Trinken zu beachten ist eine Sache - ob die Trinkmenge wirklich angemessen ist, hängt jedoch von einigen zusätzlichen Faktoren ab. Heiße Sommertage bewirken zum Beispiel, dass unser Körper zur Kühlung vermehrt Flüssigkeit ausscheidet und deutlich mehr Flüssigkeit benötigt, um den Wasserhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Bei Temperaturen über 30°C gilt daher als Faustregel, dass sich der Flüssigkeitsbedarf mitunter verdoppelt. Auch krankheitsbedingt kann sich die Trinkmenge erheblich verändern: Bei Fieber und Schnupfen etwa benötigt unser Körper mehr Flüssigkeit, um gegen Krankheit und Krankheitserreger effektiv vorzugehen. Auch Sportler haben einen gesteigerten Flüssigkeitsbedarf, der im und zeitnah nach dem Training ausgeglichen werden sollte.

Trinktipps - #3: Regelmäßig trinken

Unser Körper ist ein fein abgestimmtes System, das nur die Stoffe verbraucht, die er für aktuelle Prozesse benötigt - der Rest wird in der Regel ausgeschieden. Dieses Prinzip gilt nicht nur für Vitamine und Mineralstoffe, sondern auch für Wasser. In der Konsequenz bedeutet das: Nur wer regelmäßig Flüssigkeit zu sich nimmt, versorgt seinen Körper auch gut und ausreichend damit. Sinnvoll ist es daher, über den Tag verteilt immer wieder kleinere Mengen zu trinken. Übrigens: Durst ist ein Warnsignal des Körpers und signalisiert einen Mangel. Verspüren wir Durst, sollte umgehend Abhilfe geschaffen werden!

Volle Karaffe und volles Wasserglas mit Limette

Trinktipps - #4: Das Richtige trinken

Egal, was die Werbung verspricht: Das beste Getränk, um den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht zu halten, ist immer noch Wasser. Das kalorienfreie Nass löscht Durst effektiv und erfrischt auch an heißen Tagen. Wer Trinkwasser aus der Leitung nicht mag, greift zu Alternativen wie Mineralwasser oder kohlensäurehaltigen Wässern, die zusätzlich erfrischen oder den Körper mit einem Plus an Mineralstoffen und Spurenelementen versorgen. Ebenfalls als empfehlenswert gelten ungesüßte Tees und verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte. Pure Säfte sind zu zucker- und kalorienhaltig, um dauerhaft als Durstlöscher infrage zu kommen - ebenso wie Limonaden oder Milkshakes.

Trinktipps - #5: Auf Abwechslung setzen

Dass Wasser keinen Eigengeschmack aufweist, stimmt so zwar nicht - die Geschmacksvielfalt lässt allerdings häufig zu wünschen übrig. Um langfristig die richtige Trinkmenge zu gewährleisten, ist es daher sinnvoll, für etwas Abwechslung zu sorgen. Schon der Zusatz von Orangen- oder Zitronenscheiben (aber auch von Kräutern und Gewürzen wie Zitronenmelisse, Pfefferminze oder Ingwer) sorgt für Erfrischung und neue Geschmackserlebnisse auf natürliche (und praktisch kalorienfreie) Weise. Natürlich ist es auch möglich, dem Trinkwasser Sirup o. ä. beizumischen. Zu beachten ist hier jedoch, dass es sich dabei um stark zuckerhaltige Geschmackszusätze ohne erwähnenswerten weiteren Nährwert handelt, die nicht dauerhafter Bestandteil der Ernährung sein sollten.

Trinktipps - #6: Trinkrituale einführen

Vielen Menschen fällt es schwer, die allgemein empfohlene Trinkmenge über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Abhilfe schaffen können dabei eigene Trinkrituale, die auch am Arbeitsplatz, in der Schule, beim Sport oder am heimischen Schreibtisch problemlos zu integrieren sind. Die Idee dahinter: Steht ein Getränk stets in Reichweite, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir mehr trinken. Darüber hinaus führen Trinkrituale wie zum Beispiel ein kleines Glas Wasser vor jeder Mahlzeit zu Gewohnheiten - wir denken dabei nicht mehr über die erforderliche Trinkmenge nach und führen unserem Körper automatisch ausreichend Flüssigkeit zu. Als optimal gilt übrigens ein kleines Glas Wasser (oder Vergleichbares) pro Stunde.

Wasserglas im Sonnenuntergang

Trinktipps - #7: Auf die richtige Trinktemperatur achten

Nicht immer ist die Trinktemperatur, die wir in den ersten Sekunden als angenehm empfinden, auch wirklich gut für unseren Körper. Bestes Beispiel dafür sind eisgekühlte Drinks im Sommer, die zwar in den ersten Minuten wunderbar erfrischen - danach aber stark zum Schwitzen anregen, weil der Organismus die Getränketemperatur der Körpertemperatur angleichen muss. Am sinnvollsten ist es daher, die Trinktemperatur entsprechend der Umgebungstemperatur zu wählen, um den Körper nicht unnötig zu belasten.

Trinktipps - #8: Wasserreiche Lebensmittel für Trinkmuffel

Die empfohlenen 1,5-2 Liter pro Tag oder mehr zu trinken, fällt vielen Menschen nicht immer leicht. Deshalb auf den Flüssigkeitsausgleich zu verzichten ist jedoch keine sinnvolle Option. Für Trinkmuffel bietet sich an, einen Teil der täglich benötigten Flüssigkeitsmenge verstärkt über die Nahrung aufzunehmen. Dazu eignen sich wasserreiche Obst- und Gemüsesorten wie Gurken, Melonen, Orangen & Co. ebenso wie Suppen, Kaltschalen und Soßen. Grundsätzlich zu beachten ist dabei die Kalorienzahl, da wasserreiche Lebensmittel definitiv nährstoffreicher als simples Trinkwasser sind.

Trinktipps - #9: Mineralstoffe ersetzen

Besonders wenn wir ins Schwitzen geraten - egal ob an heißen Sommertagen oder bei sportlicher Bewegung - verliert unser Körper neben Wasser auch jede Menge Mineralstoffe und Spurenelemente. In geringem Maße lässt sich der Verlust durch die Nahrung ausgleichen. Ersetzen kann man Mineralstoffe aber auch mit den richtigen Getränken wie einer Gemüsebrühe, einem leicht gesalzenen Tee oder natürlichen Mineralstoffquellen wie Buttermilch. Für Freizeitsportler gilt: Finger weg von isotonischen Sportdrinks - diese enthalten neben zu viel Zucker meist auch viel mehr Nährstoffe als in der Sporteinheit verbraucht wurden.

Trinktipps - #10: Alkohol und Kaffee in Maßen genießen

Alkoholische Getränke sind zwar lecker, eignen sich in der Regel aber nicht zum Durst stillen - selbst das isotonische Weißbier nicht. Vor allem bei höheren Temperaturen kann Alkohol wie auch Kaffee sogar zusätzlich schweißtreibend wirken und zum verstärkten Flüssigkeitsverlust beitragen. Mit dem Effekt, dass der erfrischende Drink oder Kaffee nach einigen Minuten müde und schlapp macht. Daher gilt: In Maßen spricht nichts dagegen, wenn gesunde Erwachsene Alkohol oder Kaffee genießen. Bei erhöhtem Flüssigkeitsbedarf sollte der Konsum dieser Getränke allerdings eingeschränkt werden.

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